Kopfschmerzen - Ein Überblick

Kopfschmerzen an den Schläfen, der Stirn oder dem Hinterkopf – Fast 60% der Deutschen leiden hin und wieder unter plötzliche, kurzfristige oder aber auch andauernde Kopfschmerzen.
Treten sie in Verbindung mit Übelkeit oder Schwindel auf, so spricht man von einer Cephalgie.

Die Schmerzen können schleichend oder plötzlich beginnen. Sie können dumpf oder stechend, sehr intensiv oder kaum wahrnehmbar sein. In der Medizin werden 220 verschiedene Arten von Kopfschmerzen unterschieden, unterteilt in zwei Gruppen. Primäre Kopfschmerzen bilden ein eigenständiges Krankheitsbild und haben keine eigenständige erkennbare Ursache. Unter diese Gruppe fallen beispielsweise Formen wie Migräne, Spannungskopfschmerzen oder Clusterkopfschmerzen. Anders als bei den Sekundären Kopfschmerzen, bei denen eine andere Erkrankung zugrunde liegt. Häufige Grunderkrankungen dieser Gruppe sind Bluthochdruck, Sehstörungen, Meningitis oder Grippale Infekte.

Insbesondere chronische Verläufe bedeuten für den Patienten, einhergehend mit den Schmerzen, eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Ursachen für Kopfschmerzen

Etwa 85% aller Schmerzmittel werden gegen Kopfschmerzen eingesetzt. Oftmals sind die Ursachen auch schnell gefunden: Stress, zu wenig Bewegung, zu wenig Schlaf, Alkohol, schlechte Luft. Doch gerade bei stärkeren und auch immer wieder auftretenden Beschwerden ist das Erkennen der auslösenden Faktoren wichtig, um ernst zu nehmende und vielleicht sogar gefährliche Ursachen ausschließen zu können.
Bei den primären Kopfschmerzen sind die Migräne, Spannungskopfschmerzen und die Clusterkopfschmerzen die am häufigsten auftretenden Formen.

 

Migräne:

Symptomatisch für Migräne sind heftig pochende oder pulsierende Schmerzen, die meist einseitig auftreten. Oftmals erscheinen sie anfallsartig. Verbunden sind die Schmerzen mit erhöhter Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen, die auch zu Übelkeit führen kann. Körperliche Bewegungen verstärken die Symptome der Migräne zusätzlich. Ursächlich für dieses Krankheitsbild sind in der Regel genetische Faktoren. Doch auch andere Faktoren wie Wetterwechsel, Stress, Genussmittel oder hormonelle Veränderungen können eine Migräne auslösen.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen treten beidseitig und vergleichsweise nur leicht bis mittelschwer auf. Oftmals wird er von Patienten als eine Art „Schraubstock“ beschrieben, der einen dumpfen Druck ausübt. Anders als bei der Migräne verstärkt körperliche Aktivität die Kopfschmerzen in dieser Form nicht. Auch die Geräusch- und Lichtempfindlichkeit ist weniger ausgeprägt, als es bei der Migräne der Fall ist. Hinsichtlich der Dauer der Schmerzen lassen sich nur kaum Aussagen treffen, erfahrungsgemäß können diese 30 Minuten aber auch mehrere Tage andauern. Ursächlich für Spannungskopfschmerzen können Schlafmangel, Stress, Muskuläre Verspannungen, Bewegungsmangel, Wetterfühlichkeit aber auch monotone Körperhaltungen sein.

Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen zeichnen sich doch besonders starke Schmerzen aus, die sowohl stechend als auch brennend wirken können. Halbseitige Schmerzanfälle in der Augen- oder Schläfenregionen sind weitere Anzeichen dafür, dass es sich um Cluster-Kopfschmerzen handelt. Erhöhte Nasensekretion, Tränenfluss und oftmals auch Gesichtsrötung sind weitere Symptome. Zwar sind die Schmerzen sehr ausgeprägt, die Dauer der Schmerzattacken beträgt in der Regel allerdings nur 15 Minuten bis 3 Stunden. Die Ursachen der Cluster-Kopfschmerzen sind nicht bekannt. Vermutet wird jedoch, dass in bestimmten Bereichen des Gehirns befindliche Nervenzellen dafür verantwortlich sind. Auch könnte die Vererbung eine Rolle spielen.

Ursachen für Sekundäre-Kopfschmerzen

Anders als Primäre-Kopfschmerzen, haben Sekundäre-Kopfschmerzen meist harmlose Ursachen. Auslöser könnte beispielsweise eine Erkältung oder eine muskuläre Verspannung sein. Auch der „Kater“ durch Alkohol oder Hormonschwankungen während des Menstruationszyklusses bei Frauen können Kopfschmerzen herbeiführen. Tatsächlich kann aber auch die Häufige Einnahme von Schmerzmitteln selbst zu Kopfschmerzen führen. Medikamente wie Herzmittel, Blutdruckmittel oder Potenzmittel können derartige Nebenwirkungen zu Folge haben.

Diagnose von Kopfschmerzen

Bei der Diagnose von Kopfschmerzen spielt vor allem die Anamnese zu Beginn der Untersuchung eine wichtige Rolle. Zunächst gilt es, die Art der Kopfschmerzen herauszufinden. Wie Sie vermutlich aus den Ausführungen weiter oben entnehmen können, unterscheiden sich die Formen in wesentlichen Punkten. Auswirkungen körperlicher Aktivität, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Dauer und genauer Ort der Schmerzen – Durch die Resultate der Anamnese ist es dem Mediziner möglich den Ursachenkreis einzuschränken.
Nur in seltenen Fällen sind weitere Maßnahmen, wie bildgebende Verfahren erforderlich. Dies wäre dann angebracht, wenn auch nach der Anamnese weitere Fragen offen geblieben sind oder um ernsthafte bzw. gefährliche Erkrankungen auszuschließen.

Therapie gegen Kopfschmerzen

Meist sind Kopfschmerzen nur vorübergehend und harmlos. Dann helfen Hausmittel oder einfache Schmerzmittel gegen die Beschwerden.
Bei langanhaltenden oder stärkeren Kopfschmerzen ist hingegen eine spezielle Therapie erforderlich. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Therapeuten. Das Gleiche gilt, wenn die Kopfschmerzen Symptom einer ernsten Erkrankung sind.